Zustandsanalyse & Energiekonzept für Gewerbebau in Stäfa

2025

Infos

Für ein Gewerbegebäude mit industrieller Nutzung und Büroflächen in Stäfa erarbeitete die s3 GmbH ein umfassendes Modernisierungskonzept für die gesamte Haustechnik. Im Fokus standen der Ersatz der fossilen Wärmeerzeugung, die energetische Optimierung der Produktionsflächen sowie die Nutzung von Solarenergie.

Analyse und Zustandsbeurteilung

Als Grundlage wurde eine detaillierte Zustandsanalyse der gesamten Haustechnik erstellt. Die technischen Installationen des Gebäudes umfassen eine über 25 Jahre alte Gasheizung (140 kW) sowie eine sanierungsbedürftige Infrastruktur für Kälte, Druckluft und Sanitär. Hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit in den Produktionshallen beeinträchtigten im Sommer die Fertigungsprozesse. Mittels einer qualitativen Zustandsanalyse wurden die Sanierungsprioritäten für alle HLKS-Anlagen definiert.

Variantenvergleich Wärmeerzeugung & Photovoltaik

Basierend auf einem jährlichen Wärmebedarf von rund 190 MWh wurden verschiedene erneuerbare Systeme verglichen. Der Fokus lag auf der Machbarkeit von Sole/Wasser-Wärmepumpen mit Erdsonden und Luft/Wasser-Wärmepumpen.

  • Resultat: Beide Systeme sind technisch umsetzbar und die Kosten sind langfristig ähnlich hoch. Da das System Luft/Wasser-Wärmepumpe die geringeren Investitionskosten aufweist und allfällige Schallemissionen am Standort nicht ins Gewicht fallen, wurde diese Lösung empfohlen.
  • Photovoltaik: Eine Vollbelegung in Südausrichtung ist aufgrund des Verbrauchsprofils des Gebäudes einer Ost/West-Aufstellung vorzuziehen. Es kann eine Anlage von ca. 90 kWp realisiert werden, welche eine prognostizierte Amortisationszeit von rund 9 Jahren hat.

Lüftungs- und Klimakonzept für die Produktion

Um stabile Fertigungsbedingungen zu garantieren, wurde ein Grobkonzept für die Kühlung und Entfeuchtung von ca. 2'500 m² Fläche erstellt. Dafür wurde die Kühllast und die nötige Luftmenge berechnet und zwei Konzepte wurden miteinander verglichen. Dabei wurden unter andrem die Investitionskosten, der Platzbedarf, allfällige Abhängigkeiten und die Nachrüstbarkeit betrachtet. Das empfohlene Konzept sieht eine zentrale Lüftungslösung vor, welche die Abwärme der Druckluftkompressoren integriert.

Fazit

Die Bauherrschaft erhielt eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Instandhaltung der Gebäudetechnik und einen Übergang zu einem nachhaltigeren Gewerbestandort. Das Konzept vereint CO2-freie Wärmeerzeugung, optimierte Produktionsbedingungen und maximale Eigenstromnutzung durch Photovoltaik.

 

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Details
  • Altes Heizungssystem: Gas
  • Bestehende Warmwasseraufbereitung: Elektroboiler
  • Bestehende Lüftung: Fensterlüftung
  • Baujahr Gebäude: 1996
  • Heizleistung: 112 kW
  • Wärmeabgabe: Radiatoren
  • Energiebezugsfläche: 3’800 m2
Leistungen
  • Ist-Zustandsanalyse der Gebäudetechnischen Anlagen Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro
  • Machbarkeitsstudium der Energieerzeugungssysteme Erdsonden-Wärmepumpe, Luft/Wasser-Wärmepumpe, Gasheizung als Referenz
  • Heizlastberechnung
  • Bilanzierung der finanziellen und ökologischen Auswirkungen der oben genannten Systeme
  • Erarbeitung eines Lüftungs- und Kältekonzeptes
  • Optimierung der Photovoltaik-Anlage
Mehrwerte
  • Übersicht über die gesamte Gebäudetechnik zur Priorisierung der Erneuerung
  • Ermitteln des finanziellen und ökologischen Optimums der Wärmeerzeugung
  • Sensitivitätsanalyse zur Reduktion von Unsicherheiten
  • Auf das Gebäude optimiertes Lüftungs- und Kältekonzept