Legionellen
Warum sind Legionellen gefährlich?
Legionellen sind Bakterien, die sich in Wasser bei Temperaturen zwischen 25° und 45°C gut vermehren. Sie gelangen durch Aerosole (z.B. beim Duschen oder in Whirlpools) in die Lunge und können schwere Krankheiten wie die Legionärskrankheit auslösen. Diese führt in 5-10 % der Fälle trotz Behandlung zum Tod. Besonders gefährdet sind ältere, immungeschwächte Personen und Raucher. Prävention ist daher gesetzlich vorgeschrieben.
Wo treten Legionellen auf?
Legionellen finden ideale Bedingungen in:
- Stehendem Wasser und lauwarmen Temperaturen.
- Verkalkten oder schlecht gewarteten Leitungen, Duschköpfen und Armaturen.
- Biofilmen (organische Ablagerungen) in Wasserreservoirs und Leitungen.
- Nicht genutzten Zimmern oder selten verwendeten Wasserentnahmestellen.
Gefährdete Bereiche sind insbesondere Duschen, Whirlpools, Klimaanlagen, Zierbrunnen und Luftbefeuchter.
Wer ist betroffen ? Gesetzliche Vorgaben und Kontrollpflicht
Seit 2014 gelten Eigentümer und Betreiber von Sanitäranlagen als Trinkwasserversorger und müssen die Wasserqualität regelmässig prüfen (gemäss Richtlinie SVGW W3/E4). Im Falle einer Erkrankung haften sie kausal, also ohne eigenes Verschulden. Betroffen sind u.a.:
- Hotels, Pflegeheime, Spitäler, Schulen und Sportanlagen.
- Vermieter von Wohnungen mit Duschen.
- Gewerbebauten mit Personalduschen.
Pflichten der Betreiber
- Regelmässige Temperaturkontrollen (Warmwasser: ≥ 60°C, Kaltwasser: < 25°C).
Dokumentation der Massnahmen und Kontrollen. Benennung einer zuständigen Person.
- Sofortmassnahmen bei Grenzwertüberschreitungen (z. B. Thermoschocks, Filtereinsatz).
- Meldung an Behörden bei gesundheitsgefährdenden Legionellenkonzentrationen.
Prävention und Massnahmen
- Temperaturmanagement: Warmwasser sollte beim Boilerausgang mindestens 60°C erreichen, Kaltwasser unter 25°C bleiben.
- Regelmässige Nutzung: Vermeidung von Stagnation durch regelmässigen Wasserbezug.
- Reinigung und Wartung: Entkalkung von Leitungen, Duschköpfen und Boilern; Desinfektion nach längeren Stillstandzeiten.
- Risikomanagement: Routine-Betriebskontrolle und regelmässige Überprüfung der Anlagen durch Fachpersonal.