Gesamtenergiekonzept MFH Effretikon
2023-2024
Stossrichtung für eine Gesamtsanierung gesucht
Ein Mehrfamilienhaus in Effretikon aus den 1960er-Jahren soll saniert werden. Neben dem energetischen Verbesserungspotenzial bei der Gebäudehülle kann auch in Punkto Heizung und Nutzung der Dachfläche energetisch einiges optimiert werden. Um zu entscheiden, welche Massnahmen möglich und auch finanziell attraktiv sind, wurde die s3 GmbH mit der Erstellung eines Energiekonzepts beauftragt.
Heizung: Ersatz der Gasheizung durch erneuerbare Alternative
Für den Ersatz der Gasheizung wurden erneuerbare Alternativen mit Wärmepumpen (Erdsonden und Luft/Wasser), Pellets und Fernwärme geprüft und finanziell sowie ökologisch ausgewertet. Es zeigte sich relativ deutlich, dass die Erdsonden-Wärmepumpe in sämtlichen Aspekten am besten abschneidet. Nach der Sanierung der Gebäudehülle mit einem reduzierten Heizungsbedarf ist auch das Fernwärmesystem eine attraktive Lösung.
Gebäudehülle: Analyse des Dämmpotenzials
Für die Verbesserung der Gebäudehülle wurden zwei Sanierungsvarianten ausgearbeitet. In einer einfacheren Variante wurde die Dämmung des Daches und der Fassade sowie der Ersatz der Fenster und Balkone betrachtet. In einer maximalen Variante wurde zusätzlich die etwas kompliziertere Sanierung und Dämmung der Laubengänge berücksichtigt. Für sämtliche Massnahmen wurden die energetischen Einsparungen (Reduktion Wärmebedarf und Heizleistung) sowie die finanziellen Auswirkungen auf den Betrieb verschiedener Heizungsarten quantifiziert. Damit konnte aufgezeigt werden, welche Massnahmen sich finanziell lohnen. Neben der finanziellen Auswertung wurde auch eine Ökobilanzierung vorgenommen. Dabei wurde überprüft, ob die grauen Emissionen der Dämmmaterialien nicht grösser sind als die Einsparungen im Heizbetrieb. Beim Einsatz einer Gas- oder Pelletheizung stellen die Dämmmassnahmen einen ökologischen Mehrwert dar. Wird das Gebäude in Zukunft jedoch mit einer Wärmepumpe beheizt, so übersteigen die grauen Emissionen die Einsparungen im Betrieb.
Dach durch Photovoltaik zum Kraftwerk machen
Da eine Dachsanierung ansteht, ist dies der ideale Zeitpunkt, um das Flachdach mit Photovoltaikmodulen zu belegen. Die Optimierung hat aufgezeigt, dass eine maximale Belegung in Ost/West-Ausrichtung am besten abschneidet. Die Anlage kann gewinnbringend betrieben werden, indem der Solarstrom an die Bewohnerinnen und Bewohner der insgesamt 42 Wohnungen im Gebäude verkauft wird. Diese profitieren gleichzeitig von einem günstigeren Stromtarif als beim Bezug über das lokale Elektrizitätswerk. Somit ist die Solaranlage ein Gewinn für die Eigentümerschaft und die Mieterschaft – win, win.
Wie weiter?
Im Anschluss an die Studie wurde die s3 GmbH mit der weiteren Planung der Fernwärme-Heizung und Photovoltaik beauftragt. Das Projekt wird 2026 weitergeführt.
Haben auch Sie ein Objekt, bei dem energetische Sanierungen anstehen und eine saubere Entscheidungsgrundlage fehlt? Gerne unterstützen wir Sie bei Ihrem Projekt. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.
044 244 46 44
info@s3-engineering.ch
Wir sind von Montag bis Freitag von 08:00 bis 12:00 Uhr und 13:00 bis 17:00 Uhr für Sie da.
- Altes Heizungssystem: Gas
- Anzahl Wohnungen: 42
- Baujahr Gebäude: 1966
- Heizleistung: 140 kW
- Energiebezugsfläche: 3500 m2
- Wärmeabgabe: Radiatoren
- Machbarkeitsstudium und Dimensionierung der Heizungssysteme Erdsonden-Wärmepumpe, Luft/Wasser-Wärmepumpe, Pelletheizung, Fernwärme
- Berechnung Wärmebedarf und Heizleistung für verschiedene Sanierungsvarianten
- Finanzielle und ökologische Auswertung der Heizsysteme und Gebäudehüllenmassnahmen
- Auslegung und Optimierung einer Photovoltaik-Anlage
- Fundierte Entscheidungsgrundlage für Energiesysteme und Gebäudehüllenmassnahmen
- Ermitteln der Investitions- und Betriebskosten der Varianten über den gesamten Lebenszyklus
- Ermitteln des ökologischen und finanziellen Optimums: Erdwärmesonden-Wärmepumpe
- Finanziell optimierte Auslegung der Photovoltaikanlage